Hölle an der Hacke: Laufspaß-Killer Fersensporn

Aua! Hier treibt der Fersensporn sein Unwesen
Schmerzhafter Plagegeist am Fußende: Fersensporn

Nach einem wirklichen Seuchenjahr 2019, hatte ich mir für 2020 so einiges vorgenommen. Einfach wieder Laufen, so viel und oft ich will. Doch leider kam es wieder anders. Was als schmerzhafte Nachwirkung des Laufens begann, endete als ausgewachsenes Bewegungshinderniss: Der fiese Fersensporn und dessen schmerzhafte Schwester, die Plantarfasziitis. Was nun?


Seuchenjahr 2019

Im Sommer 2019 fing alles an. Beidseitiger Leistenbruch – das sollte eigentlich nur ein Routineeingriff sein. War es dann auch. Das Problem war nur: Sich mitten im ultraheißen Sommer die Leiste reparieren zu lassen, ist hinsichtlich der erhöhten Infektionsgefahr mit einem Krankenhauskeim keine gute Idee. Und genau das passierte dann auch: entzündete Operationsnarben, multiresistenter Keim, Reserve-Antibiotika-Therapie. Glücklicherweise entdeckte ich die Wundinfektion vor der drohenden Sepsis und bewahrte mich so – unterstützt vom Ärzteteam – vor noch schlimmerem Ungemach. Aber darum soll es hier nicht gehen…

Um was es aber definitiv ging: Nichts ging mehr mit Laufen. Wochenlang. Und als ich mich wieder fit für die ersten Kilometer fühlte, beging ich den selben Fehler, den ich entgegen besseren Wissens aus purer Ungeduld und offenbar krankhaftem Ehrgeiz stets wieder mache: Ich lief los, als ob ich nie pausiert hätte. Schon nach wenigen Kilometern schoss der Puls auf 180 und höher, hinterher folgten Erschöpfung und schmerzende Gelenke. Das konnte so nicht weitergehen, also ließ ich es – gezwungenermaßen – etwas langsamer angehen.

Diagnose: Fersensporn

Bis Mitte Dezember 2019 der linke Fuß zu schmerzen begann. Erst nur ein wenig, dann nahm der Schmerz immer mehr zu. Vor allem nach dem Laufen meldete sich der linke Fuß. Nach dem Neujahrslauf 2020 entlang der Havel und einer wunderbaren Basketballpartie gegen den eigenen Nachwuchs am Kladower Hafen war es dann endgültig vorbei. Der Schmerz im linken Fuß erschwerte das Gehen dauerhaft so erheblich, dass an Laufen gar nicht zu denken war.

Neujahrs-Basketball am Kladower Hafen mit den Kids
Neujahrs-Basketball am Kladower Hafen mit den Kids

Wieder Zuhause war ein Besuch beim Orthopäden unumgänglich. Das Ergebnis der Untersuchung: Fersensporn und damit einhergehende Plantarfasziitis. Das vorläufige Ende meiner ehrgeizigen Laufziele 2020.

Fersensporn und Plantarfasziitis – was ist das?

Die Segnungen der Zivilisation meinen es nicht immer gut mit unseren geplagten Füßen. Technisch hochentwickelte Laufschuhe helfen uns, die Gelenke zu schonen und Fehlstellungen auszugleichen. Dennoch: Weil wir unsere Füße nur noch auf hartem und ebenem Untergrund bewegen, tendenziell zu viel Körpergewicht mit uns herumschleppen und vor allem Fuß- und Pronationsfehlstellungen mitbringen, droht der Fersensporn.

Dieser Fersensporn entsteht demnach durch eine übermäßige Zugbelastung der Plantarfaszie am Fersenbein. Dies führt zu einer Verkalkung des Sehnenansatzes, meinem Verständnis nach wird also der Fersenbeinknochen partiell durch Kalkeinlagerungen erweitert.

Entzündung der Plantarsehne

Die Beschwerden jedoch rühren nicht ursprünglich vom Fersensporn selbst her, sondern von der in der Folge der Verknöcherung auftretenden Entzündung am Fersenbeinansatz der Plantarsehne, also der Sehnenplatte der Fußsohle (= plantarer (unterer) Fersensporn – deutlich weniger häufig ist der dorsale (obere) Fersensporn, der am Fersenbeinsatz der Achillessehne auftritt). Es schmerzt also nicht die Verknöcherung, sie führt vielmehr zu einer schmerzhaften Entzündung der Faszie in diesem Bereich.

Beim Orthopäden - kurz vor der ersten Stoßwellenbehandlung...
Beim Orthopäden – kurz vor der ersten Stoßwellenbehandlung…

Wikipedia zitiert eine Studie, wonach „von der klinischen Symptomatik der Plantarfasziitis […] etwa 10 % der Läufer betroffen [sind]. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, gewöhnlich liegt das Erkrankungsalter oberhalb von 40 Jahren.“

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