HealthBox: Gesund und fit mit System

Pure Performance-Idylle: Die Firmenzentrale von Under Armour in München - Foto: Alex Rudolph
Pure Performance-Idylle: Die Firmenzentrale von Under Armour in München

Mit der HealthBox bringt Under Armour nun das ultimative Set für alle Selbstoptimierer, Daten-Afficionados, vor allem aber Gesundheits- und Performance-Überflieger auf den Markt. Denn mit den clever aufeinander abgestimmten Komponenten des Connected-Fitness-Systems bekommt man sein aktives Leben noch besser in den Griff – solange man keine Vorbehalte gegen effiziente Datenanalyse hat.

Fit zu werden oder zu bleiben – das hieß noch vor kurzem: Ab ins Fitnessstudio, Vertrag abschließen, monatlich Kohle abdrücken, bald nicht mehr hingehen. Oder Laufen. Oder Freeletics. Die Sehnsucht nach Selbstoptimierung fand und findet aber oft ihren Meister im inneren Schweinehund, der auf Dauer so schwer zu überwinden scheint. Bald geht man nicht mehr hin, macht nicht mehr mit. Das Thema Selbstdisziplin – ein Klassiker!

Mächtiger Endboss

Wow: Sprinterin Inna Weit beim HealthBox-Event in München - Foto: Hersteller

Wow: Sprinterin Inna Weit beim HealthBox-Event in München

Mit dem Aufkommen von Wearables, die man so praktisch ums Handgelenk trägt und die den Fitness-Sehnsüchtigen mit Erinnerungen versorgen, sich regelmäßig zu bewegen und auch sonst bewusster zu leben, wurde dem schier übermächtigen Endgegner vor dem Erreichen der persönlichen Fitnessziele ein mächtiger Widersacher entgegengestellt. Doch auch das Wearable allein ist nur ein Teil im großen Fitnesspuzzle. Denn wenn man heutzutage sportlich auf der Höhe bleiben will, bedarf es schon einer systematischeren Herangehensweise.

Mit der HealthBox stellt der leistungsversessene und –verliebte US-Hersteller Under Armour nun erstmals ein System vor, dass sich ganz der persönlichen Fitwerdung widmet. „Connected Fitness System“ heißt die neue Kategorie, in die Under Armour mit der HealthBox, die es seit Anfang Juli 2016 auch in Deutschland geben wird, vorstößt.

Systematischer Ansatz

Die Healthbox von Under Armour: UA Band, UA Scale und UA Heart Rate - Bild: Hersteller

Die Healthbox von Under Armour: UA Band, UA Scale und UA Heart Rate

Zusammen mit dem Technologieunternehmen HTC bietet Under Armour ein vernetztes System aus Wearable, Brustgurt und elektronischer Waage an, die in Zusammenarbeit mit den richtigen Apps aus dem Hause Under Armour ein System bereitstellen, dass es dem Nutzer ermöglicht, seine persönlichen Fitnessziele noch schneller und in optimaler Form zu erreichen.

Denn die miteinander vernetzten und untereinander abgestimmten Teile des Systems sammeln Daten zu den Bereichen Aktivität (Schrittzähler), Training (verschiedenste Sportarten), Schlaf (Schlafqualität und -dauer) und Ernährung, fügen die einzelnen Daten zusammen und erstellen daraus ein Fitness- und Gesundheitsprofil, dass dem Nutzer helfen soll, sich täglich zu verbessern und die persönliche Form zu überwachen bzw. zu optimieren. Mit dem System sollen sowohl Fitnessinteressierte als auch Topathleten die Möglichkeit bekommen, ihre Fortschritte zu dokumentieren und das Bewusstsein für eine gesündere Lebensweise zu stärken.

Drei sind Eins

Federleichtes Wearable: UA Band - Bild: Hersteller

Federleichtes Wearable: UA Band

Zentraler Bestandteil der HealthBox von Under Armour ist das sehr leichte und schlicht designte Wearable UA Band, das vor allem für das Zählen der Schritte, die zurückgelegte Distanz, den Ruhepuls sowie Schlafdauer und Schlafintensität zuständig ist. Den Puls misst das von HTC entwickelte UA Band dabei wie viele der Konkurrenzprodukte über die Messung des Hautwiderstands – ein Verfahren, dass auch in diesem Fall vor allem einen Näherungswert zu liefern vermag, weniger aber den exakten Herzschlag. Für die Messung des Ruhepulses und die Überwachung des Schlafrhythmus aber genügt das allemal. Die Bedienung des schmalen Monochrom-Displays erfolgt dabei mühelos über das horizontale und sehr logisch aufgebaute Menü, über das auf die wichtigsten Features zugegriffen werden kann.

Brustgurt mit Bluetooth-Funktion: UA Heart Rate - Bild: Hersteller

Brustgurt mit Bluetooth-Funktion: UA Heart Rate

Um noch genauere Daten über die Herztätigkeit zu bekommen, enthält die HealthBox von Under Armour das so genannte UA Heart Rate – nichts anderes als ein Herzfrequenzmesser in Form eines Brustgurtes also. Dank Bluetooth-Technologie fügt sich der sehr komfortabel zu tragende und nach einer Weile beim Workout kaum mehr spürbare Brustgurt sehr gut in das Fitnesssystem von Under Armour ein.

Waage mit WLAN: UA Scale - Bild: Hersteller

Waage mit WLAN: UA Scale

Dritter und komplett neu entwickelter Bestandteil der HealthBox ist die so genannte UA Scale, eine schicke, ebenfalls von HTC entwickelte kreisrunde Waage, die ins heimische WLAN integrierbar ist und somit die gemessenen Daten wie Gewicht und Körperfettanteil von bis zu acht Personen in Nullkommanichts an das System meldet und speichert.

App ins System

All das wird in der neuen kostenlosen App von Under Armour, UA Record, zu einem Gesamtbild zusammengefügt und liefert dem Nutzer in einem so genannten „Dashboard“ jederzeit einen ganzheitlichen Blick über den individuellen Fitnesszustand basierend auf den vier wichtigen Säulen Schlaf, Fitness, Aktivität und Ernährung. Basierend auf den Daten aus den einzelnen Segmenten und einer neu integrierten „Wohlfühlskala“, auf der die Nutzer Angaben zu ihrem täglichen Wohlbefinden machen können, berechnet die App den Fortschritt auf dem Weg zur Erreichung der persönlichen Ziele.

Das Dashboard der UA Record App (iOS-Version) - Bild: Hersteller

Das Dashboard der UA Record App (iOS-Version)

Daneben stellt die für iOS und Android erhältliche App weitere wichtige Daten und Möglichkeiten zur Verfügung, ein noch schärferes Bild über seinen eigenen Fitnesszustand zu entwickeln und sich noch gezielter zu verbessern. Dazu gehört unter anderem auch das Protokollieren der Ernährung über eine Nahrungsdatenbank, die nicht nur genaue Infos über die aufgenommenen Kalorien und Nährwerte liefert, sondern auch Hinweise und Tipps zur gesunden Nahrungsaufnahme bietet. Auch die genaue und zielgerichtete Auswertung der gesamten sportlichen Aktivitäten ist mithilfe der UA Record App in Zusammenhang mit der HealthBox und den darin enthaltenen Produkten ein Leichtes. GPS-Daten, kilometer- und minutengenaue Aktivitätsprotokolle und vieles mehr werden äußerst genau protokolliert und zur Auswertung zur Verfügung gestellt.

Dass es Under Armour mit der Verbesserung der Leistung eines Jeden, aber auch dem Systemgedanken wirklich ernst meint, zeigen zwei weitere Produkte, die in das System der HealthBox integriert werden können und zusätzliche Möglichkeiten der Trainingssteuerung anbieten. Da ist zum einen der Under Armour Laufschuh Speedform Gemini 2 Record Equipped, der mittels in den Schuh integriertem Chip Daten wie Zeit, Datum, Laufdauer, Distanz und Pausen direkt am Fuß misst und die Daten überträgt, sobald man en Smartphone per Bluetooth mit dem Schuh verbindet. Zudem gibt es ab sofort die in Zusammenarbeit mit JBL entwickelten, sehr robusten und per Bluetooth angesteuerten UA Headphones Wireless.

Die Preise

Der Preis für die UA HealthBox beträgt circa 449 Euro (UVP). Bis auf die in Deutschland derzeit exklusiv nur im Rahmen der HealthBox erhältlichen Waage UA Scale, sind alle Teile des Under Armour Systems auch einzeln erhältlich. So kostet das Fitnessarmband UA Band etwa 199 Euro (UVP), der Brustgurt UA Heart Rate circa 89 Euro (UVP). Die Laufschuhe Speedform Gemin 2 Record Equipped gibt es für ungefähr 130 Euro (UVP), die UA Headphones Wireless sollen 149 Euro (UVP) kosten.

Das UA HealthBox System in der Praxis

Topfit und zuckersüß: Sprinterin Inna Weit (nebst meiner Wenigkeit) - Foto: Alex Rudolph

Topfit und zuckersüß: Sprinterin Inna Weit (nebst meiner Wenigkeit)

Ich darf die HealthBox im Münchner Hauptquartier von Under Armour an der schönen Isar kennenlernen und in der Folge in der Praxis testen. Zum Kennenlernevent in München hat man eine kleine Schar Journalisten und Blogger geladen, die das neue System zusammen mit Inna Weit im Rahmen eines kleinen Fitnessprogramms testen dürfen. Extra für dieses Happening hatte die super-sympathische, vor allem aber topfitte Sprinterin Inna ihr Trainingsprogramm für die Olympischen Spiele in Rio unterbrochen. Mit ihr zusammen sprinten und hüpfen wir durch den großzügig dimensionierten Garten der UA-Zentrale, frisch ausgestattet mit dem gerade eingerichteten UA Band und dem UA Heart Rate.

Schweißtreibender Test im Garten von Under Armour an der Isar - Foto: Hersteller

Schweißtreibender Test im Garten von Under Armour an der Isar

Geschafft: Das Training mit Inna wurde erfolgreich absolviert - Bild: Hersteller

Geschafft: Das Training mit Inna wurde erfolgreich absolviert

Das Einrichten des UA Bands mit dem Smartphone gestaltet sich in der Tat recht einfach. Innerhalb weniger Minuten kann es losgehen mit der Datensammlung. Als ich Zuhause bin ist auch die Waage UA Scale in Nullkommanix mit dem heimischen WLAN verbunden und das Nutzerkonto innerhalb der dazugehörigen App UA Record verknüpft. Kaum habe ich die Waage bestiegen, schon weiß die App meines Smartphones mein Gewicht und den Körperfettanteil. Willkommen im Reich der Daten!

Rund um die Uhr getrackt

Feuerrot: Hier ist die HealthBox drin - Foto: Alex Rudolph

Feuerrot: Hier ist die HealthBox drin

Ab jetzt trage ich das UA Band rund um die Uhr und schicke somit ständig Updates an das System: Wie lange habe ich geschlafen, wie ist der Schlafrhythmus, wie viel Sport habe ich getrieben und wie fühle ich mich. Über diese persönlichen Angaben und den Daten wie Geschlecht, Alter, Körpergröße und gemessenes Gewicht werden innerhalb der App Zielwerte berechnet und dem Nutzer vorgeschlagen. Diese basieren zumeist auf dem sich daraus ergebenden BMI (Body-Mass-Index). Sollten diese Werte beispielsweise im Hinblick auf die Gewichtsreduktion zu ambitioniert sein, können diese Werte manuell angepasst werden.

Was aber bereits nach wenigen Tagen passiert, ist interessant. Getrieben durch die Neugierde, mehr über den eigenen Körper zu erfahren, verfolgt und befolgt man die vorgeschlagenen Aktivitäten. Das Tagesziel von beispielsweise 7.000 Schritten ist sofort eine feste Größe und das UA Band gibt im Verlauf des Tages kurze Meldungen bei 75%, 85% und 95% Zielerreichung und motiviert dadurch dazu, das Tagesziel zu erreichen.

 

Protokollierfaul

Voll vernetzt: So stellt sich Under Armour den idealen Spind für Athleten vor - BVild: Hersteller

Voll vernetzt: So stellt sich Under Armour den idealen Spind für Athleten vor

Nicht ganz mein Fall, aber dafür umso mehr das des Kollegen Stephan von Outdoor-Elements.de ist das Protokollieren der Nahrung und Produkte in der MyFitnessPal-App von Under Armour, mit der man umgehend einen Einblick und Überblick bekommt, welche Lebensmittel wie viele Kalorien enthalten. Die Suchfunktion ist in der Tat sehr komfortabel und sämtliche Produkte können über den Barcode sofort ins Protokoll einfügen. Mengen lassen sich dabei individuell anpassen. Für mich ist das eher nichts, denn ich versuche nach wie vor vernünftig zu Essen, ohne dafür Protokoll führen zu müssen. Das liegt mir einfach nicht, auch wenn ich sicher bin, dass es da sicher – vor allem durch App wie UA Record – deutliches Optimierungspotential gibt.

Für fleißige Protokollierer wie Stephan liegt aber gerade in dieser Komponente ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Er hat ja Recht: Wer Leistung bringen will, muss auf eine ausgewogene Ernährung und die Qualität der Lebensmittel achten. Und wer abnehmen möchte, kann mit der App-Methode sehr schnell kontraproduktive Ernährungsgewohnheiten identifizieren und entsprechend verändern.

Die Routine, sich zu wiegen oder morgens beim Aufstehen kurz die Schlafaufzeichnung zu betrachten, stellt sich aber auch bei mir schnell ein und hält über den gut vier Wochen langen Testzeitraum an, denn es macht in der Tat Spaß, sich der Komplexität der Gesundheit und des Wohlbefindens zu stellen. Gerade wenn sie in grafischen Verläufen dargestellt wird, wirkt die Auswertung der eigenen Daten zumindest sehr motivierend.

HealthBox Kinderkrankheiten

Markenbotschafterin der "Rule Yourself"-Kampagne: Gisele Bündchen - Foto: Hersteller

Markenbotschafterin der „Rule Yourself“-Kampagne: Gisele Bündchen

Doch wo Licht ist, da ist natürlich auch Schatten. Heißt: Selbst das Under-ArmourSystem ist nicht vor kleinen Unzulänglichkeiten gefeit. Als größte Herausforderung stellten sich bisher die persönlichen Profile der Waage heraus. Grundsätzlich gilt: Nur wer die entsprechende App auf seinem Handy hat und zudem bestenfalls auch noch ein eigenes UA Band sein Eigen nennt, kommt auch in den vollen Genuss der UA Scale-Vorteile, denn nur dann werden die Ergebnisse auch direkt ins System übertragen.

Doch was, wenn sich der Partner auf die Waage stellt oder sich die Kids wiegen, nicht zuletzt deswegen, weil neuerdings dieses neue, stylisch-schwarze Ding im Bad die alte Waage abgelöst hat? Für die Under-ArmourApp beträgt mein Gewicht jedenfalls seit dem zweiten Nutzungstag rund 70 Kilogramm weniger, weil sich meine Tochter auf die Waage gestellt hat. Ich selbst dagegen werde seitdem regelmäßig von der Waage gebeten, ein neues Nutzerprofil anzulegen, sobald ich mich mit ihr wiege. Was auch immer ich versuche – mit Smartphone auf die Waage, UA Band am Arm, Winken, Singen, Gut zureden – mein Gewicht verharrt bei 27 Kilogramm. Eine Plausibilitätsprüfung, ob der Nutzer über Nacht 70 Kilogramm Gewicht verlieren kann, oder eine Bestätigung des Profils beim Betreten der Waage, hätte der App hier gutgetan.

Gewöhnungsbedürftig war auch anfänglich das Zusammenspiel der drei im Test eingesetzten Under-Armour-Apps UA Record, MyFitnessPal und MapMyRun, da es nicht ganz klar wurde, welche App zu welchem Zweck und mit welchem Auftrag man nun starten sollte.  Ein paar Updates in letzter Zeit haben dieses Chaos größtenteils verrringert. Noch aber plaudert die UA-RecordApp in schönsten Denglisch.

Aufpassen muss man zudem mit der doppelten Erfassung von Daten, denn die Möglichkeit, in der App neben dem UA Band die Daten vom Bewegungssensor des Smartphones oder einer weiteren Smartwatch zu übernehmen, führte während der ersten Test-Woche zu verfälschten Ergebnissen von über 30.000 Schritten und mehr an einem normalen Tag im Büro.

Ebenfalls nicht optimal gelöst: Das extrem kurze Ladekabel des UA Band und der Anschluss des Ladekabels am Wearable. Noch heute dauert es geraume Zeit, bis ich den magnetischen Dongle zum Laden an das UA Band richtig angedockt habe. Mit Abstand die komplizierteste und fummeligste Lösung für einen einfachen Ladevorgang, die ich seit langem gesehen habe.

Fazit

Das Under Armour HealthBox-System macht Daten für den Nutzer sehr gut sichtbar und stärkt damit nachhaltig das Verständnis für die bereits beschriebenen vier Säulen der Fitness. Sich bewegen, trainieren und gesund ernähren muss man aber immer noch selbst. Mit Hilfe der HealthBox kann man dies aber nun deutlich gezielter und bewusster angehen.

Fotos: Hersteller, Alex Rudolph

Test-Info
Vielen Dank an den Hersteller, der uns die Produkte freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Dies hatte keinen Einfluss auf das Testergebnis. Jedes Teil wird durch ausgedehnte Läufe in der Praxis getestet.

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