Trailrunning-Schuhe für den Herbst

Über Stock und Stein, Fels und Eis: Beim Trailrunning ist gute Ausrüstung essentiell - Bild: Hoka One One
Über Stock und Stein, Fels und Eis: Beim Trailrunning ist gute Ausrüstung essentiell

Gute Ausrüstung ist beim Trailrunning essentiell. Das gilt natürlich und vor allem auch für das Schuhwerk für den Über-Stock-und-Stein-Trip. Ich hab da mal zwei besonders gute Exemplare getestet – streng unter Trailrunning-Anfänger Gesichtspunkten natürlich!

Letztens beim Kletterausflug im Altmühltal. Ich treffe zufällig auf einen Typen, der nicht nur passionierter Läufer ist, sondern aus meiner Sicht schon so gut wie alles Extreme mitgemacht hat, was man mitmachen kann. Also Towerrunning, 100-Kilometer-Lauf und so weiter. Natürlich tauschen wir uns aus, staunend lauschen mein Laufpartner Christian und ich seinen Erfahrungsberichten aus einer langen Läuferkarriere. Und schwupp stehen wir im steilen Bergwald hinter dem DAV-Kletterheim in Aicha, und bestaunen den Trailrunning-Pfad, der sich direkt hinter dem Haus entlangschlängelt. „Das müsst ihr unbedingt machen, Jungs! Trailrunning ist spitze“, sagt er. Die Jungs sind sich einig: Beim nächsten Ausflug hierher machen wir genau das. Aber mit den normalen Laufschuhen wird das nix. Sehen wir uns also mal zwei Exemplare an, mit denen das dann auch wirklich was wird!

Hoka One One Speedgoat: Effektive Waffe gegen den Trail-Blues

Hoka One One Speedgoat: Effektive Waffe gegen den Trail-Blues

Hoka One One

Mein erster Trailrun findet also mit einem Hoka One One Schuh statt. Speedgoat heißt das Modell, das mir der Hersteller sehr ans Herz legt. Ultraläufer-Legende Karl Meltzer soll den Speedgoat laut Presseinfo als „Waffe“ bezeichnet haben, weil er bei mehreren Wettkämpfen als bester Schuh triumphiert haben soll. Na, da bin ich ja mal gespannt!

Soweit ich das als Gelegenheits-Trailläufer beurteilen kann, ist es aber in der Tat so, dass Hoka One One hier hohen Geländeschuh-Komfort mit beeindruckendem Grip dank Vibram-Laufsohle verschmelzen konnte. Obwohl ich keine zu heftige Strecke gewählt habe, deutet der Speedgoat konsequent an, dass er auch in extremerem Geläuf nicht versagen wird. Er beißt sich wunderbar ins Gelände und reagiert gut und dynamisch auf die sich wechselnden Verhältnisse. Feuchten Untergrund, Steine, Steigungen meistert der Speedgoat, ohne dabei Zugeständnisse beim sicheren und dynamischen Laufgefühl zu machen. Diese Sicherheit fußt wohl auf der eingespritzten, extragroßen und leichten EVA-Zwischensohle. Die gute Dämpfung des Speedgoat fängt die Stöße beim Springen spürbar und zuverlässig ab, die Erschütterungen der Gelenke bleiben auf ein angenehmes Maß beschränkt. Mit nur fünf Millimeter Sprengung gewährt der Schuh dabei stets ein natürliches Lauffeeling. Auch das Gewicht trägt zu einem positiven Gesamteindruck bei: Mit nur 275 Gramm in der Herrenversion ist der Schuh für einen Trailschuh relativ leicht.

Der Laufspaß will auch nach mehreren Kilometern nicht weniger werden – ein gutes Zeichen.  Am Ende kehre ich ausgepumpt, aber happy zurück. Ich hab’s geschafft. Der schnelle und quietschbunte Speedgoat hat mir dabei sehr geholfen. Jetzt weiß ich, wieso er sich sowohl bei Wettkämpfern, als auch bei Freizeit-Trailläufern so großer Beliebtheit erfreut, denn für raues Gelände ist er erste Wahl. Eine Waffe eben, im positivsten Sinne.

Erhöhter Einstieg, störungsfreier Lauf: Der AllOut Terra Trail von Merrell

Erhöhter Einstieg, störungsfreier Lauf: Der AllOut Terra Trail von Merrell

Merrell

Der nächste Testkandidat ist der AllOut Terra Trail von Merrell. Ein Schuh, der mich schon beim Look überrascht. Für erfahrene Trailrunner ist das sicher nichts Neues, aber der sockenartige Beinabschluss erweckt bei mir erst einmal den Eindruck, ich hielte einen Wasserschuh oder halbhohen Wanderschuh in der Hand. Ist aber natürlich Quatsch, denn der erhöhte Schaft hat den Vorteil, dass so schnell keine Steinchen oder andere Partikel in die Schuhe gelangen, die da einfach nicht hingehören. Nur zu gut kennt ihr sicher alle die Situation, wenn man wegen eines winzigen Split-Teilchens unterbrechen, den Schuh ausziehen und ausleeren muss. Insofern: Gewöhnungsbedürftiger Look, tolles Feature!

Für die Griffigkeit des AllOut Terra Trail sorgt die schroffe Vibram-Sohle, die auf so gut wie jedem Untergrund extrem guten Halt gewährleistet, sollte man sich nicht gerade auf blankem Eis bewegen. Wer es dennoch gerne eisig hat: Der AllOut Terra Ice von Merrell ist ein Trailschuh mit zusätzlich fest verankerten Spikes.

Um die heftigen Stöße, die bei einem Trailrun nun mal vorkommen, abzufedern, ist der Merrell-Schuh mit einem so genannten TrailProtect Pad ausgestattet, das selbst auf schwierigen Strecken für die richtige Dämpfung sorgt. Dazu kommt eine relativ geringe, der Dynamik dienende Sprengung von sechs Millimetern. Meine Gelenke befanden sich Dank dieser Top-Ausstattung nach dem Testlauf mit dem AllOut Terra Trail in bester Verfassung.

Der mit knapp 300 Gramm relativ leichte Trailrunning-Schuh von Merrell kommt zudem mit einer nützlichen Zehenschutzkappe und Obermaterial aus widerstandsfähigem Mesh. Reflektierenden Details erhöhen die Sichtbarkeit auf Touren bei schlechten Lichtverhältnissen. Und weil niemand gerne müffelnde Schuhe im Schrank oder der Tasche haben will, reduziert eine spezielle antibakterielle Behandlung der Innensohle die unangenehmen Gerüche im Schuh, die beim Sport schon mal vorkommen können. Ganz weg ist das Aroma der Läufersäfte natürlich auch hier nicht, aber in ein Schweißmoloch verwandelt sich der Merrell-Schuh angenehmerweise eben auch nicht.

Speedgoat – Hoka One One

Merrell – AllOut Terra Trail

  • Trailrunningschuh
  • Sprengung: 6 mm
  • Gewicht: 300 Gramm
  • Preis (UVP): 125 Euro
  • Merrell Webseite

 

Fotos: Hersteller

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