Frostige Finger: Die richtigen Handschuhe für Läufer

Auf der Jagd nach dem eigenen Läuferschatten...
Auf der Jagd nach dem eigenen Läuferschatten...

Endlich verabschiedet sich der Winter in seine verdiente Sommerpause. Und damit keimt ein wenig Hoffnung für meine kältegeplagten Läuferfinger auf. Denn obwohl Laufen im Herbst und Winter durchaus Spaß macht und die Kälte keineswegs als Ausrede fürs Aussetzen gilt, so wiederholt sich doch jedes Jahr zur kalten Jahreszeit aufs Neue ein wirklich ätzendes Lauf-Phänomen: Eiskalte Finger. Trotz Handschuhen. Die lange Suche nach einer Lösung für mein Handschuh-Problem führte mich schließlich zu einem Outdoor-Label.

Wenn es Draußen kälter wird, beginnt normalerweise die beste Zeit fürs Laufen. Auch wenn trockene Strecken, saftiges Grün wohin man blickt, eitler Sonnenschein und milde Temperaturen beileibe nicht zu verachten sind und ein tolles Setup für ausgedehnte Läufe liefern, so sind genau diese Umstände zugleich auch manchmal eine Last. Zu große Hitze kann dem Läufer – und das bestätigt sicher jeder, der sich regelmäßig in die Rennschuhe stellt – ganz schön zusetzen und innerhalb kürzester Zeit auslaugen.

Zugaben immer, Ablegen nimmer

Kühle Außentemperaturen sind da schon besser, denn die niedrigen Temperaturen wirken sich zumeist weit weniger ermüdend aus. Zumindest, solange es nicht jenseits Minus zehn Grad und noch frostiger ist. Auch hinsichtlich der richtigen Bekleidung ist eine kühle Umgebung dankbarer. Denn nackter als nackt kann man bei Hitze kaum laufen, während man bei Kälte einfach jeweils eine Hightech-Schicht mehr auf die bibbernden Rippen legen kann.

Theoretisch zumindest! Denn eine Ausnahme von dieser Regel sind meine Hände. Die sollen nach Möglichkeit möglichst frei und beweglich bleiben und nicht in dicke Fäustlinge eingepackt sein, denn das Smartphone und die Laufuhr müssen bedienbar bleiben. Und so wurden meine Finger bisher stets in leichte Läuferhandschuhe gepackt. Doch das reicht nun nicht mehr. Denn sie werden jährlich kälteempfindlicher. Ein schleichender Prozess, der jedoch noch nie so heftig war, wie in der gerade zu Ende gehenden Wintersaison. Zugegeben: Hinsichtlich meiner Finger war ich schon immer ein Weichei, vor allem beim Sport. Sobald die Temperaturen auf Talfahrt gehen, sind Handschuhe meine festen Begleiter auf der Strecke. Das Blut wird in die Muskeln gepumpt – da bleibt für das Anwärmen der äußersten Extremitäten offenbar nicht ausreichend Wärme übrig.

Adé, ihr lieben Handschuhe

Alle von mir bisher genutzten Handschuhe – und davon gab es so einige – halfen nun nicht mehr. Die Finger waren nach etwa 15 Minuten Laufen regelmäßig so eisig kalt, dass sie höllisch schmerzten und ich die Rückkehr nach Hause herbeisehnte. Rhythmisches Fingerbeugen und -strecken und eine Faust machen half genauso wenig wie Hände aneinander reiben oder hinter dem Rücken verstecken (was beim Laufen auf Dauer wirklich saublöd aussieht).

Schnell war klar: Gegen die kalten Glieder musste etwas stärkeres, dickeres, vor allem aber winddichteres her, denn die eisigen Finger begrenzten den Spaß am Lauf erheblich. Ab also in den nahegelegenen Nike-Outletstore.

Wie es sich für ein ordentliches Outlet gehört, waren die Winter-Handschuhe aus dem Swoosh-Markensortiment vergriffen. Zumindest fast, denn eine mehr als freundliche, extrem engagierte und sportlich-attraktive Mitarbeiterin tauchte extra für mich in die Tiefen des Lagers ab und legte doch noch ein paar Männerhandschuhe in meiner, der maximalen Größe frei.

Satz mit „x“…

Frohgemut machte ich mich tags drauf mit den Neuerwerbungen auf die Strecke – um kurzer Distanz ein bekanntes Gefühl in den Fingern zu erleben: eisige, schmerzende Kälte (zugegebenermaßen bei eisigen Temperaturen). Ich war so schlau wie zuvor.

Knapp 7 Euro und echt gut: Die Skihandschuhe Piste Warm Fit von Wed’ze aus dem Hause Decathlon

Knapp 7 Euro und echt gut: Die Skihandschuhe Piste Warm Fit von Wed’ze aus dem Hause Decathlon – Foto: Alex Rudolph

Einige weitere Handschuhmodelle folgen, bis eines Tages in Berlin die Erlösung in Form der riesigen Decathlon-Filiale am Alexanderplatz nahte. Mehr oder weniger verzweifelt kaufte ich – quasi im Vorbeigehen – ein paar günstige Skihandschuhe Piste Warm Fit von Wed’ze . Zum Preis von knapp sieben Euro. Was sollte schon schiefgehen bei dem Preis? Mehr als schwitzige Hände konnte ich mir nicht holen.

Günstig, aber geil

Und siehe da: Erstmals in diesem Winter waren meine Hände beim nächsten winterlichen Ausflug nicht kalt. Die günstigste aller Alternativen hatte Besserung gebracht – auch wenn ich damit auf Fäustlinge zurückgreifen und auf jegliche Touchscreen-Funktionalität verzichten musste. Sanftmut machte sich breit – Zufriedenheit jedoch noch lange nicht. Denn ich hatte einen Missstand entdeckt, den ich bei nächster Gelegenheit lauthals im Kreise von Sportartikelvertretern loswerden musse. Auf der Sportmesse ispo machte ich meinem Unmut an jedem Stand, den ich besuchte, Luft.

Das Gemecker konnte man beim Seattler Unternehmen Outdoor Research wohl nicht mehr ertragen und stellte mir daher die Overdrive Convertible Gloves zur Verfügung. Ein Paar wirklich schlaue und – wie sich herausstellte – extrem gut für das Laufen geeignete Handschuhe, die dauerhaft für Frieden in meiner aufgerüttelten Running-Seele sorgen sollten.

Interdisziplinärer Handschuh-Traum

Wintertraum: Overdrive Convertible Gloves von Outdoor Research

Wintertraum: Overdrive Convertible Gloves von Outdoor Research – Fotos: Hersteller

Grundsätzlich auf den Alpin- und Outdoor-Bereich spezialisiert, treffen die Overdrive Convertible Gloves genau für einen an den Extremitäten schwer empfindlichen Läufer wie mich voll ins Schwarze. Denn sie sind vieles in einem. Zunächst sind sie federleichte, atmungsaktive, schnell trocknende und mit Touchscreens kompatible, vor allem aber warme Fingerhandschuhe, die auch für große Hände geeignet sind. Der Clou jedoch sind die eingearbeiteten dreilagigen, wind- und wasserabweisenden und mit Vier-Wege-Stretch ausgerüsteten Fäustlinge aus Softshell-Material samt extra Daumenüberzug, die über die Fingerhandschuhe gestülpt werden und dem eisigen Wind und der Kälte mutig die Stirn bieten. Braucht man den Überzug nicht, stülpt man ihn einfach zurück und verstaut ihn auf Höhe des Handgelenks. Und das zu einem Preis rund um 55 Euro (UVP). Ein Wahnsinn!

Der nächste Winter kann also kommen – und mit ihm die kalten Winde. Meinen Fingern zumindest wird das alles nichts mehr ausmachen. Outdoor Research sei Dank. Extrem cool!

Fotos: Hersteller / Alex Rudolph

Test-Info
Vielen Dank an den Hersteller Outdoor Research, der uns das Produkt freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Dies hatte keinen Einfluss auf das Testergebnis. Jedes Teil wird in der Praxis objektiv getestet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.